Wie Du merkst, dass Du auf zu vielen Hochzeiten unterwegs bist

Viele von uns sind Visionäre und Scanner-Persönlichkeiten mit immer wieder neuen, begeisternden Ideen. Die dann mit Feuereifer angegangen werden und nach den ersten Umsetzungsschritten ins Stocken geraten, mit dem Alltag kollidieren, zäh werden, an einem kleben, einen langsamer werden lassen, festhalten und die Weiterentwicklung behindern.
Das Projekt an sich mag sinnvoll für Dich sein, wichtig für Deine unternehmerische Entwicklung oder einfach eine Herzensangelegenheit, die Dich glücklich macht. Nur: Vielleicht ist es jetzt gerade nicht der richtige Zeitpunkt dafür.

Wenn Du erfolgreich sein willst, musst Du früh aufstehen

Wenn Du erfolgreich sein willst, musst Du früh aufstehen

Das habe ich kürzlich in einem Blog gelesen. Da ließ sich der Blogschreiber doch tatsächlich darüber aus, dass eine Selbständige sagte „Ich habe diesen Job gewählt, weil ich bis 12.00 Uhr schlafen kann.“ Und meinte dann „Nun ja, diese Dame würde ich sicher nicht zu denen zählen, die erfolgreich sind.“

Wahnsinn, was treibt mich so etwas auf die Palme. Diese Einstellung ist es, die so viele Menschen von dem forttreibt, was sie eigentlich ausmacht und was sie glücklich macht. Erfolg wird bei der große Masse gleichgesetzt mit Geld und einem Titel auf der Visitenkarte, mit einer bestimmten Hierarchiestufe, einem großen Auto, der Anzahl an Mitarbeitern, langem Arbeiten. Selbst „kurz-vor-dem-Burnout-Stehen“ wird mit anerkennendem Blick honoriert.
Herrjeh, was läuft da denn verkehrt?

Die Sache mit der Projektion, gut gemeinten Ratschlägen und Menschen, die sich kümmern wollen

„Projektion ist das Verfolgen eigener Wünsche in anderen.“, sagt Sigmund Freud.
Oder eben auch der eigenen Ängste und Sorgen.

Zu den Feiertagen duften sich alle mal wieder auf engsten Raum mit lieben Familienmitgliedern und Verwandten wiederfinden. Den einzigen Personen in seinem Leben, die man sich nicht aussuchen darf.
Man WEIß ja inzwischen, wie diese Menschen oft zu den eigenen Plänen der Selbständigkeit in der Hundebranche stehen. Und nimmt sich vor, nicht zu viel darüber zu erzählen, sich auf keine Diskussion einzulassen und kritische Kommentare an sich abprallen zu lassen. Es ist schließlich schon ohne dieses energie-ziehende Verhalten schwierig genug, den Alltag als Einzelunternehmer / Allein-Selbständiger zu bestreiten. Und dann kommen diese betont neutralen Fragen, bei denen der mit Gewalt abgerungene sachliche Tonfall das sorgenvolle Stirnrunzeln dennoch nicht verbergen kann:

Frauen haben ihre Perioden. Und Männer auch.

Wir haben gute und schlechte Tage. Wir haben sogar gute und schlechte Wochen. Manchmal läuft es einfach richtig rund, alles ist leicht und das Leben fühlt sich gut an. Und dann ist mal wieder eine Zeitlang der Wurm drin, die Laune ist mittelmäßig bis gedrückt, so richtig Spaß macht das alles nicht und richtig gut gelingt einem auch nichts.
Das versucht man sich zu erklären. Ist es der Wetterumschwung?  Die nette / blöde Reaktion vom Nachbarn? Die (Nicht-)Aufmerksamkeit des Partners? Die positive/negative Rückmeldung eines Kunden? Der (fehlende) Sport? Die gute / schlechte Ernährung? Die vielen / wenigen Termine?

Sei doch mal empfindlich!

Als Einzelunternehmer empfindlich sein? Kann ich mir das leisten? Vielmehr sollte ich mir doch ein dickes Fell zulegen, um (eventuell) anstrengende Kunden, fordernde Kooperationspartner und lästige Behörden zu „managen“. Solche laufen mir schließlich immer wieder über den Weg, damit muss ich klar kommen.

Empfindlich sein. Was bedeutet das denn? Im Volksmund ist der Begriff eher negativ belegt. Empfindliche Menschen sind schnell eingeschnappt, legen jedes Wort auf die Goldwaage, sind dünnhäutig bis labil. Das trifft sicherlich auf viele Menschen zu, gerade solche, die sich mit Selbstzweifeln herumplagen.

Ruhetag? Nein danke!

Ich rate Dir dringend davon ab, einen Ruhetag einzurichten.
Als Hundeunternehmer solltest Du jeden Tag für Deine Kunden erreichbar sein. Gerade die Wochenenden sind ja nun einmal schwer beliebt bei Herrchen und Frauchen, sich endlich mal seinem Vierbeiner zu widmen. Dann gibt es aber auch noch die vielen Kunden, die das Wochenende strikt für Familienunternehmungen reservieren und sich in der Woche Zeit nehmen, mit ihrem Hund zu trainieren, ihn zu pflegen oder für ihn zu shoppen. Es ist schlichtweg egal, für welchen Tag Du Dich entscheidest – es wird immer Kunden oder Interessenten geben, die sagen: „Wie schade! Gerade am Montag habe ich aber Zeit, mit meinem Hund zu kommen, und da haben Sie zu.“ Also lasst auf, damit Euch ja keine Kunden entgehen.