Die „Zeit gegen Geld“- und „1:1“-Falle

„Zeit ist Geld“, sagte Dagobert Duck so lange ich denken kann. Damals habe ich mich darüber amüsiert, stand dieser Effizienzgedanke doch in so krassem Gegensatz zu Donald’s Lebensstil: In den Tag hinein, ungeplant, faulenzend. Aber eben immer auch knapp bei Kasse, während Onkel Dagobert im Geld schwimmt.

….vom Lösungsfinder zum Dranbleib-Coach und Quality Time-Ermöglicher

Oder: Die Kür Kundenbindung – Sollte ich mich nicht überflüssig machen…?

Ein toller Hundetrainer, ein guter Hunde-Physiotherapeut, ein kompetenter Hunde-Ernährungsberater – all diese Hundeunternehmer sollten sich überflüssig machen. Der Physiotherapeut zeigt die richtigen Griffe, Übungen und Massagen, um dem Hund Linderung oder Besserung zu verschaffen. Der Ernährungsberater erklärt, welche Ernährung zum Hund am besten passt und wie Herrchen diese zubereitet. Und der Hundetrainer zeigt Frauchen, wie sie ihren Liebling richtig erzieht, wie der Hund lernt und wie sie zufrieden gemeinsam durch den Alltag gehen.

Und dann war’s das. Der Ex-Kunde empfiehlt einen hoffentlich weiter, aber er kann und weiß ja, was er brauchte. Er hat eine Lösung für sein Problem bekommen.

Ich verkaufe nichts.

„Der Oktober war wirklich schlimm. Ich hatte nur zwei Anfragen, es war überhaupt nichts los.“ Das sagte eine Kundin kürzlich zu mir. Eine andere beklagte sich über die schwankenden Umsätze, die keine Verlässlichkeit bieten. „Was bietest Du denn derzeit an?“ war meine erste Frage.

Beide sind Hundetrainerinnen. Und von beiden bekam ich nach kurzen Zögern die Antwort: „Naja, Einzelstunden halt.“ Nun gut, wenn Ihr nicht etabliert seid oder einen bekannten Namen habt, dann KANN Euer Unternehmen nur mit Einzelstunden auch gar nicht florieren. Der Sinn von Einzelstunden ist schließlich, ein bestimmtes Ziel zu erreichen und sich als Hundetrainer überflüssig zu machen.
Sprich: Nach einer begrenzten Anzahl ist Schluss damit.

Ein neues Angebot wird nur schleppend angenommen – und jetzt?

Das kennen wohl die meisten Selbständigen: Hochmotiviert entwickeln wir eine neues Angebot. Viel Liebe steckt da drin und Gedanken, was bei den Kunden wohl besonders gefragt ist. Es wird mit einem wohlüberlegten Text auf die Homepage gesetzt, Flyer werden entwickelt und diese weiträumig verteilt. Bekannte und Freunde, Kunden und Netzwerkpartner werden informiert. Der erste Termin für das neue Angebot wird vorbereitet – und es kommen genau zwei Personen. Und jetzt…?
Anscheinend stößt das Angebot nicht auf Interesse, oder? Sonst wären die acht Plätze ja ausgebucht gewesen, vielleicht hätte es sogar eine Warteliste gegeben.